Kaschmir – König der Wollsorten

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Viele Menschen, die schon einmal ein Kleidungsstück aus Kaschmir anprobiert oder mit der Hand berührt haben, schwärmen von der einzigartigen Qualität dieses Materials. Wie kommt sie zustande? Wo und auf welche Weise wird Kaschmir gewonnen? Wie kann man darüber hinaus solche Textilprodukte am besten pflegen?

Eigenschaften

Ein Produkt aus Kaschmir fühlt sich bei der ersten Berührung flauschig und weich an. Dies trägt zu einem überdurchschnittlich guten Tragegefühl bei. Das Material ist für kühlere und kalte Monate gleichermaßen geeignet: Es hält warm und ist atmungsaktiv. Kaschmir gilt als eine der feinsten Tierfasern überhaupt. Es ist beispielsweise feiner als die dünnste Schafswolle. Den Namen hat das Gewebe von der indischen Stadt Kaschmir.
Die Kaschmirziege

Die genügsame Kaschmirziege, die lediglich eine Schulterhöhe von 60 Zentimetern erreicht, lebt hauptsächlich in den kargen Hochebenen und Gebirgen Mittelasiens bis zu einer Höhe 5.000 Metern. Daher sind die typischen Herstellerländer Afghanistan, der Iran, Indien, China, die Mongolei, doch in den letzten Jahrzehnten auch Australien. Sie bildet lediglich bei extremen Minusgraden die begehrte Kaschmirdaune als wärmendes, daher überdurchschnittlich dichtes Unterfell aus. Davon produziert sie etwa 200 bis 500 Gramm pro Jahr. Die Fasern werden durch Auskämmen gewonnen.

Die Kaschmirziege kann also nicht einfach geschoren werden und ist an die klimatischen Bedingungen gebunden, was die Zuchtmöglichkeiten erheblich einschränkt. Von der ausgekämmten Kaschmirwolle bleibt etwa die Hälfte für die Produktion verwendbar. Für einen Pullover, der im Regelfall aus 200 bis 400 Gramm Kaschmir gewoben wird, müssen daher die Fasern von mindestens zwei, eher aber vier bis fünf der Hausziegen gewonnen werden. Diese besitzen weißes, braunes oder schwarzes, etwa 70 Millimeter langes Flaumhaar von rundem Querschnitt, welches zu den genannten Produkten verarbeitet wird.
Übliche Verwendung des Materials

Aus den edlen Fasern werden in der Regel

– Tücher,
– Schals,
– Pullover,
– andere Oberteile, jedoch auch
– Steppdeckenfüllungen

hergestellt. Mittlerweile bieten renommierte Fachhändler wie Peter Hahn ganze Kollektionen wie „I Love Cashmere“ mit dem flauschigen Material an. Trotzdem ist der Vorrat an Kaschmir begrenzt und kann schwer ausgeweitet werden.
Qualitätsproblematik

Das Gütesiegel „100 Prozent Kaschmir“ steht auf vielen Textilien weltweit. Dies trifft jedoch bei vielen Kleidungsstücken nicht zu. Aufgrund der aufwändigen Gewinnung und der schwierigen Verarbeitung mischen viele Hersteller Kaschmir mit

– Seide,
– Merinowolle oder
– Yakwolle.

Man sollte sich nicht scheuen, Fachhändler zu ihren Quellen und einer Qualitätsgarantie zu befragen, denn Kaschmir ist hochwertig und teuer.
Pflege

Kaschmir ist eine empfindliche Naturfaser, die gut gelüftet werden sollte. Es empfiehlt sich, daraus gefertigte Textilien nicht an zwei Tagen hintereinander zu tragen. Insgesamt sollte Kaschmir-Kleidung nach etwa zehnmaligem Tragen gewaschen werden.

Wer dies in der Maschine erledigt, sollte das Kleidungsstück auf links drehen und es in einen Kopfkissenbezug oder einen Wäschebeutel stecken. Es sollte daraufhin mit wenig Waschmittel ohne Weichspüler im entsprechenden Wollprogramm durchgewaschen werden und mit etwa 600 Umdrehungen/ Minute geschleudert werden. Kaschmir gehört nicht in den Trockner, sondern sollte leicht ausgewrungen werden und beispielsweise auf einem Handtuch zum langsamen Trocknen ausgelegt werden.

Wer für das edle Gewebe die Handwäsche bevorzugt, sollte die Kleidung ebenfalls auf links drehen und auf keinen Fall den Stoff reiben, sondern vorsichtig drücken. Wer die Flauschigkeit des Pullovers erhöhen will, kann beim Waschen Aloe Vera hinzufügen. Dies kann man übrigens ebenso durch das Bürsten des trockenen Gewebes erreichen.